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Heimspiel für Hamburger

Die Geschichte Hammerbrooks ist die der Gewinnung von Siedlungsraum für Menschen. Als eine ehemals als »Hammer Brook« dem Dorf Hamm zugehörige Marschlandschaft wurde das eingemeindete Gebiet Mitte des 19. Jahr- hunderts entwässert und bebaut. Es entstand ein bis heute für Hammerbrook charakteristisches Kanalnetz. Was folgte, war eine rasante Wohnungs- bauentwicklung. Das Viertel wurde aufgrund seiner günstigen Lage zum Hafen bald zum »Arbeiterparadies«.

Zwischen 1880 und 1910 erhöhte sich die Einwohnerzahl um mehr als das Doppelte. Hier, mitten in Hamburg, ließ es sich gut leben und arbeiten. Die gravierenden Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg hinterließen jedoch einen veränderten Bezirk voller Brachflächen, die in den darauffolgenden Jahrzehnten vornehmlich gewerblich genutzt wurden.
 Heute tritt Hammerbrook als Wohnstandort wieder in den Fokus. Dank der florierenden Entwicklung Hamburgs steigt der Bedarf an innerstädtischem Wohnraum. Bewährte Standorte wie Hammerbrook gewinnen neue Bedeutung.

Ernst Georg Sonnin: – Ein „Daniel Düsentrieb“ für den „Michel“

Der Architekt und Ingenieur erbaute in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die bedeutendste Barockkirche Norddeutschlands, die St. Michaeliskirche. Begonnen hatte er seine Karriere damit, durch einfache Mittel schiefe Kirchtürme wieder gerade zu rücken und dieselben mit Hilfe von Blitzableitern vor Einschlägen zu sichern. Einen solchen hatte die St. Michaeliskirche offenbar nicht, denn ihr wurde ein solcher Blitzeinschlag 1750 zum Verhängnis. Johann Leonhard Prey und Ernst Georg von Sonnin erhielten den Auftrag, die Kirche neu zu errichten.

Sonnin beschleunigte die ohnehin lange Bauzeit durch allerlei Erfindungen und Neuerungen. So kommunizierte er mit den sich hoch über dem Boden arbeitenden Handwerkern mit einem eigens dafür erdachten Megafon. Für die Pferdefuhrwerke errichtete er neuartige Auffahrrampen, um Baumaterialien schneller transportieren zu können. Eine Brunnenbohrung direkt auf der Baustelle ersparte das umständliche Heranschaffen von Wasser für den Mörtel. Seiner Kirche ist der Baumeister auch nach seinem Tod treu geblieben. Er liegt im offenen Gruftgewölbe der von ihm angelegten Krypta begraben.

(Vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Georg_Sonnin, http://hamburg-aus-meiner-sicht.de/html/sonnin__ernst_georg.html, Klaus Merhof, EPD, 19.10.12 in http://aktuell.evangelisch.de/artikel/22209/ein-genialer-tueftler-schuf-hamburgs-wahrzeichen)

Karlheinz Schober, Jahrgang 1928

„Das Haus in der Banksstraße 54 war 1880 gebaut und hatte vier Stockwerke mit je zwei Wohnungen links und rechts. Ein hübsches Treppenhaus übrigens. Auf jeder Etage eine Holzbank für Ruhepäuschen. Die Wohnungen waren ziemlich groß. Fünf Zimmer, Küche, evtl. einen Raum für die Badewanne, da bin ich mir nicht ganz sicher. Der Hausbesitzer hatte nach dem 1. Weltkrieg das fünfte Stockwerk, was normale Bodenräume waren, umgebaut zu Wohnungen. Es kamen drei Wohnungen dazu sowie eine im sechsten Stock. (…) Im fünften Stock war eine Toilette und eine Wasserzapfstelle mit einem gußeisernen Wasserbecken.

Es wurde von allen Bewohnern der fünften und sechsten Etage genutzt. Wir mussten vom sechsten Stock immer einmal runter, um Wasser zu holen und zur Toilette gehen. Irgend jemand hat da unten immer geraucht. Für ein Kind war es sehr unangenehm, wenn es auf diese Toilette musste.“

(Auszug aus: „Wir haben und immer gegenseitig geholfen.Erinnerungen an Hammerbrook“, StadtteilarchivHamm, Band 8, S. 29-30. Mit freundlicher Genehmigung des Stadtteilarchivs Hamm, http://hh-hamm.de/stadtteilarchiv/)